Die passende Blende für ein Gruppenporträt hängt von der Anordnung, dem Kameraabstand und der späteren Bildgröße ab. Drei Personen in einer Reihe stellen eine andere Aufgabe als drei Reihen, die tief in den Raum reichen. Wer ohne Blick auf diese Tiefe einfach stark abblendet, bekommt möglicherweise eine längere Verschlusszeit und trotzdem nicht genügend Schärfe.
Bringe die Gesichter zunächst näher an einen gemeinsamen Abstand zur Kamera. Bitte Personen am Rand, sich nicht weit nach vorn oder hinten zu lehnen. Eine sitzende Vorderreihe sollte nicht unnötig weit vor der stehenden Reihe liegen. Die Anordnung muss angenehm und natürlich bleiben. Es geht um weniger überflüssige Tiefe, nicht darum, alle in eine starre Linie zu zwingen.
Nahe und entfernte Gesichter testen
Wähle zunächst eine mittlere Blende und fokussiere auf ein Gesicht innerhalb der Gruppe statt auf ein nahes Dekorationselement. Die beste Fokusposition hängt von den tatsächlichen Abständen ab. Blind auf eine Person im vorderen Drittel zu fokussieren ist keine allgemeine Lösung. Vergrößere in einer Testaufnahme die nächsten und entferntesten Augen, die scharf wirken sollen.
Ist die hintere Reihe weich, blende weiter ab oder verringere die Tiefe der Aufstellung. Ist die vordere Reihe unscharf und die hintere scharf, prüfe auch den Fokuspunkt. Ein weiterer Ausschnitt aus größerem Abstand kann mehr nutzbare Schärfentiefe bieten. Die neue Position verändert aber ebenfalls Hintergrund und Größenverhältnisse. Kontrolliere den Bildaufbau deshalb nach jeder Bewegung erneut.
Halte die Verschlusszeit kurz genug für kleine Bewegungen. Menschen schwanken, blinzeln und drehen sich zueinander, selbst wenn sie stillstehen sollen. Wird die Belichtung durch Abblenden zu lang, erhöhe den ISO-Wert oder verbessere das Licht. Verlasse dich nicht darauf, dass der Bildstabilisator die Personen einfriert. Er gleicht Kamerabewegung aus, aber keinen Kopf, den ein Kind gerade dreht.
Denke an zwei Reihen in einem kleinen Zimmer: vorne sitzende, dahinter stehende Personen. Sind die hinteren Gesichter unnötig weit entfernt, bitte diese Reihe zunächst näher heran, bevor du die Blende änderst. Köpfe dürfen sich nicht ungünstig überlagern, und vorne muss genug bequemer Platz bleiben. So wird die Schärfeaufgabe kleiner, während die Anordnung verständlich bleibt.
Bleibt eine Person am Rand in mehreren Bildern weich, untersuche Abstand und Randwiedergabe des Objektivs getrennt. Vielleicht lehnt sie sich vor, die Kamera steht schräg zur Gruppe oder die gewählte Blende zeigt eine Objektivschwäche nahe der Ecke. Lass die Person etwas nach innen rücken oder ändere die Kameraausrichtung für einen Vergleich. Blende nicht sofort bis zum kleinsten Wert ab, denn damit können längere Zeit und weniger feine Details an anderen Stellen entstehen.
Mache bei größeren Gruppen einen bewussten Test, bevor alle den endgültigen Ausdruck halten sollen. Kündige kurz die Prüfung der Anordnung an, kontrolliere nahe und ferne Gesichter und fotografiere danach die eigentliche Folge. So verbrauchst du nicht die Geduld der Gruppe mit Wiederholungen desselben ungelösten Fokusproblems.
Fotografiere mehrere kurze Folgen mit Pausen und prüfe neben der Schärfe auch die Gesichtsausdrücke. Ein technisch scharfes Bild mit geschlossenen Augen bei der halben Gruppe ist noch kein fertiges Ergebnis. Lass alle zu demselben Punkt schauen und kündige die Aufnahme an, ohne ein Lächeln unnötig lange festhalten zu lassen.
Kontrolliere das Foto schließlich in der vorgesehenen Ausgabegröße. Ein kleines geteiltes Bild und ein großer Wandabzug verlangen unterschiedliche sichtbare Details. Behalte die Aufnahme mit der besten Verbindung aus Ausdruck und ausreichender Schärfentiefe. Notiere Anordnung und Einstellungen, wenn du dieselbe Gruppe später unter vergleichbaren Bedingungen erneut fotografieren möchtest.


