Ein Gesicht zwischen Blättern oder am Rand einer Türöffnung zu fotografieren kann räumliche Tiefe erzeugen. Allerdings zieht das nächstgelegene Objekt oft den Autofokus an, bevor dieser das Auge findet. Beginne mit einem freien Porträt vom vorgesehenen Standort aus. Lege Belichtung und gewünschte Gesichtsschärfe fest und nimm erst danach den Vordergrund hinzu, ohne die Position der Person zu verändern.
Wähle ein kleineres Autofokusfeld, wenn ein großer Messbereich wiederholt auf den Vordergrund springt. Setze das Feld auf das sichtbare Auge oder verwende die Augenerkennung und kontrolliere, ob deren Rahmen auf der richtigen Person liegt. Eine Erkennung ist eine Hilfe, aber kein Schärfebeweis. Ein Blatt vor den Wimpern kann das Ergebnis weich erscheinen lassen, obwohl das Auge selbst in der Schärfeebene liegt.
Eine freie Sichtlinie zum Auge schaffen
Bewege die Kamera wenige Zentimeter zur Seite und beobachte die Überlagerungen. Meist genügt eine kleine Öffnung; der gesamte Ausschnitt muss nicht frei sein. Das wichtige Auge, die Nasenkante und der Mund sollten lesbar bleiben, sofern Verdeckung nicht zur beabsichtigten Wirkung gehört. Vordergrundformen überzeugen eher, wenn sie die Person einrahmen oder teilweise verhüllen, statt beliebig durch den Gesichtsausdruck zu schneiden.
Ein Gegenstand dicht vor dem Objektiv kann bei großer Blendenöffnung zu einer breiten Farbfläche verschwimmen. Kontrolliere das aufgenommene Foto, statt vom Sucherbild auf die endgültige Wirkung zu schließen. Die Unschärfe kann den Gesichtskontrast senken oder einen hellen Fleck erzeugen, der wie Streulicht wirkt. Vergrößere den Abstand zum Objektiv, ändere die Blende oder verschiebe den Gegenstand, wenn das Gesicht zu viel Zeichnung verliert.
Springt der Autofokus weiterhin, stelle bei ruhig gehaltener Pose mit Suchervergrößerung manuell scharf. Beachte anschließende Bewegungen: Bei geringem Abstand und offener Blende kann schon ein kleines Vorbeugen das Auge aus dem Schärfebereich verlagern. Eine kurze Bildfolge hilft beim Ausdruck, ersetzt aber nicht die vergrößerte Kontrolle einer Aufnahme, bevor du weiterfotografierst.
Beurteile das Bild einmal vollständig und einmal vergrößert. Die Vergrößerung zeigt die Augenschärfe; die Gesamtansicht zeigt, ob der Vordergrund etwas beiträgt. Entferne ihn für eine Vergleichsaufnahme. Vermittelt das einfachere Porträt den Ausdruck deutlicher, ist die zusätzliche Ebene möglicherweise überflüssig, obwohl du die technische Aufgabe der Scharfstellung gelöst hast.


